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1. Trading-Psychologie: Eine Einführung

Einer der größten Fehler unerfahrener Trader ist, zu glauben, dass Kenntnisse in technischer Analyse oder Fundamentalanalyse ausreichen, um erfolgreich zu sein. In Realität ist es für Trader das Wichtigste, ihre Emotionen zu kontrollieren, da diese sich am stärksten auf die Ergebnisse auswirken.

Die Rolle der Psychologie beim Traden

Erfolgreiches Trading hängt nicht von einem einzelnen Trade, sondern von einer Reihe von Trades im Rahmen einer Strategie ab. Das bedeutet, dass man als Trader Disziplin benötigt, um auch während Verluststrähnen an einer Strategie festzuhalten. Allerdings werden wir stark von menschlichen Emotionen beeinflusst, was bisweilen zu unlogischem Verhalten führen kann.

Der Erfolg einer Trading-Strategie wird von einer Reihe von Trades bestimmt. Erfolgreiche Trader müssen sich an die Regeln ihrer Strategie halten und Emotionen weitestgehend ausblenden.

Erinnerst du dich an das letzte Mal, als du richtig wütend warst? Möglicherweise hast du in deiner Wut etwas getan, das du später bereut hast, aber in diesem Moment konntest du einfach nicht anders. Wenn du wieder wütend werden würdest, könnte außerdem dasselbe noch einmal geschehen.

Der Grund dafür ist, dass unsere Psyche aus Gedanken und Gefühlen besteht, die unsere Handlungen beeinflussen. Psychologie wirkt sichzu jeder Zeit auf unser Verhalten aus – auch beim Trading.

Emotionen sind, insbesondere für neue und unerfahrene Trader, unvermeidlich und können sachliche Entscheidungen verhindern. Deshalb ist die Kontrolle der Emotionen für erfolgreiches Trading von höchster Bedeutung.

„In the Zone“

Wenn ein Trader klar denkt und sich nicht von Emotionen beeinflussen lässt, dann sagt man, er sei in the Zone (sinngemäß: „in seinem Element“)

Wenn ein Trader klar denkt und sich nicht von Emotionen beeinflussen lässt, dann sagt man, er sei in the Zone. In diesem Zustand hast du die volle Kontrolle über dein Verhalten und folgst deiner Strategie auf logische und systematische Weise.

Einigen Tradern fällt es leicht, sich zu beherrschen, anderen weniger, aber jeder kann lernen, sein Verhalten zu kontrollieren und die Emotionen vom Trading zu lösen.

Das Diagramm von Tharp und die Bedeutung der Psychologie

Dr. Van Tharp hat den Trading-Prozess in drei Kategorien eingeteilt, die den Trader beeinflussen. Diese haben nach seiner Erkenntnis die folgende Gewichtung:

  • Trading-Strategie (10 %)
  • Money Management (30 %)
  • Psychologie (60 %)

Laut Dr. Tharp sind der psychologische Ausblick und die persönliche Einstellung zum Trading die wichtigsten Erfolgsfaktoren.

Der Trading-Strategie hingegen misst Dr. Tharp weit weniger Bedeutung zu, d. h. egal wie erfolgreich eine Strategie ist, die psychologische Einstellung bleibt der Schlüssel zum Erfolg.

Welche Emotionen beeinflussen das Trading?

Gier und Furcht sind Emotionen, die einen Trader negativ beeinflussen. Sie führen dazu, dass der Trader von seinem ursprünglichen Plan abweicht, was weitere problematische Verhaltensweisen wie Ego- und Revenge-Trading nach sich ziehen kann.

Im Folgenden siehst du einige Beispiele dieser Emotionen und wie sie die Trading-Ergebnisse negativ beeinflussen können.

Furcht vor Verlusten kann zu weiteren Verlusten führen

Die Furcht davor, Verluste zu erleiden, kann letztendlich zu noch größeren Verlusten führen. Eine typische Verhaltensweise eines Traders ist in diesem Fall, den Trade zu früh zu schließen und ihn nicht bis zum Schluss durchzuhalten, entweder, weil der Trader vorübergehend in die Verlustzone gerutscht ist oder einen kleinen Gewinn aufweist.

Wenn ein Trader Angst vor Verlusten hat, dann versucht er diese um jeden Preis zu vermeiden. Das kann sogar zu noch größeren Verlusten führen.

Sehen wir uns ein Beispiel an, bei dem ein Trader den Stop-Loss in einem Abstand von 20 Pips platziert hat, da die Trading-Strategie dies so vorsieht. Es gibt also technische oder fundamentalanalytische Gründe, den Stop-Loss an dieser Stelle zu setzen.

Ein von Furcht geleiteter Trader kann jedoch versucht sein, diesen Trade vorzeitig zu schließen, sobald er vorübergehend ins Negative dreht. Nehmen wir an, der Trader schließt den Trade, sobald er 10 Pips im Minus ist. Falls der Trade anschließend wieder in den Gewinnbereich zurückkehrt, hätte der Trader aus Furcht einen Gewinn-Trade zu einem Verlust-Trade gemacht.

Ein anderes Beispiel wäre ein Trader, der einen Trade aus Angst vor Verlusten schließt, sobald dieser einen Profit aufweist. Wenn der Trade dann weiter bis zum Profitziel steigt, dann hätte der Trader einen Großteil des Gewinnpotenzial des Trades ungenutzt gelassen.

Dieses Verhalten macht eine profitable Strategie letztendlich zu einer Verlust-Strategie, da der Trader aus Angst vor Verlusten die Anzahl an Gewinn-Trades und/oder den Gesamtprofit vermindert.

Gier führt zu übermäßigen Gewinnerwartungen und schließlich zu Verlusten.

Ein von Gier getriebener Trader versucht, aus seinen Trades mehr Profite herauszuholen und schließt Trades später, als in der Strategie vorgesehen ist.

 

Wenn ein Trader gierig wird, dann weicht er vor seiner Strategie ab, um noch höhere Profite zu erzielen. Nehmen wir an, ein Trader platziert das Profitziel im Einklang mit der Strategie. Genau wie im Fall des Stop-Losses gibt es dafür technische oder fundamentalanalytische Gründe.

Wenn Gier ins Spiel kommt, ist der Trader allerdings geneigt, den Trade nicht bei dem von der Strategie vorgesehenen Profitziel zu schließen, sondern versucht noch mehr herauszuholen. Das kann dazu führen, dass sich der Trade schließlich ins Negative umkehrt und weniger Profit oder sogar einen Verlust einbringt. Das bedeutet, dass der Trader die Rentabilität der Strategie vermindert hat, weil sein Profitstreben von Gier angetrieben wurde.

Ein von seinem Ego beeinflusster Trader gibt niemals Fehler zu

Der Einfluss des Egos kann Trader dazu bringen, Trades nicht zu schließen, obwohl die Strategie dies verlangt oder nach Erreichen des Stop-Losses auf der Grundlage derselben Analysedaten weiter zu traden, weil sie denken, dass ihre ursprüngliche Annahme richtig war.

Von ihrem Ego beeinflusste Trader wollen nicht zugeben, dass sie einen Fehler gemacht haben. 

Wenn beispielsweise ein Trade zu ihren Ungunsten verläuft und im Rahmen der Strategie geschlossen werden sollte, nehmen sie eher einen noch größeren Verlust in Kauf, als zuzugeben, dass sie einen Fehler gemacht haben.

In diese Kategorie fallen auch Trader, die nach einem Verlust-Trade nicht nach einer neuen Gelegenheit im Rahmen ihrer Strategie suchen, sondern stattdessen ihrer ursprünglichen Analyse folgen, da sie denken, dass sie von Beginn an Recht hatten.

Revenge-Trading ist die Jagd nach verlorenem Geld

Von Revenge-Trading spricht man, wenn Trader nach einem Verlust-Trade mit allen Mitteln versuchen das verlorene Geld zurück zu gewinnen, ohne zu merken, dass sie dabei keinen klaren Regeln folgen und weitere Verluste verursachen.

Die Bedeutung von Disziplin beim Traden

Um emotionale Einflüsse beim Trading zu vermeiden, musst du eine Disziplin entwickeln, die es dir gestattet, so objektiv wie möglich zu denken. Es gibt verschiedene Wege, um dies zu erreichen:

Eine erprobte Strategie traden

Du bleibst unter Druck wahrscheinlich eher ruhig, wenn du Vertrauen in deine Trading-Strategie hast. Wenn eine Strategie nicht ausreichend erprobt ist, können die Zweifel Oberhand gewinnen.

Traden auf einem Demo-Konto

Wenn du Vertrauen in deine Strategie hast, dann bleibst du auch unter Druck ruhig. Teste deine Strategie mit einem Demo-Konto und lerne, das Risiko zu akzeptieren, denn eine Gewinnquote von 100 % ist unrealistisch.

Bevor du mit Echtgeld tradest, solltest du deine Strategie auf einem Demo-Konto entwickeln und testen. Beim Trading mit Echtgeld kommt noch weiterer Druck hinzu, der negative Emotionen verstärken und zu weiteren Verlusten führen kann.

Das Risiko akzeptieren

Es gibt keine Strategie mit einer Gewinnquote von 100 %. Du musst dich darauf einstellen, Verluste zu akzeptieren. Natürlich hofft man, dass sich jeder Trade positiv entwickelt. Für unerfahrene Trader kann die Enttäuschung bei Verlusten jedoch äußerst stark sein. Ein erfahrener und an Profite gewöhnter Trader hingegen akzeptiert Verluste als einen Teil der Trading-Strategie und wartet auf die nächste Gelegenheit, ohne sich von Gier oder Furcht beeinflussen zu lassen.

 

Zusammenfassung

Bis jetzt hast du gelernt, dass...

  • ...viele unerfahrene Trader irrtümlicherweise glauben, dass technische Analyse und Fundamentalanalyse die wichtigsten Elemente beim Traden sind.
  • ...in Realität die Kontrolle der Emotionen die wichtigste Fähigkeit eines Traders ist.
  • ...Dr. Van Tharp den Trading-Prozess in drei Erfolgsfaktoren für Trader unterteilt hat: Strategie, Geldmanagement und Psychologie.
  • ...Psychologie dabei als das wichtigste Element eingestuft wird. Danach folgen Geldmanagement und Strategie. Dadurch wird klar, dass die Psychologie, unabhängig von der Rentabilität einer Strategie, einen Trader daran hindern kann, Geld zu verdienen.
  • ...Trader aus Angst vor Verlusten eventuell ihre Trades vorzeitig schließen und so Verluste hervorrufen.
  • ...Gier dazu führen kann, dass ein Trader den Trade nicht im Rahmen der Strategie am Profitziel schließt. Dadurch kann der Gewinn vermindert werden, wenn sich der Trade in die Gegenrichtung entwickelt.
  • ...wenn das Ego ins Spiel kommt, ein Trader unfähig ist, Fehler zuzugeben, was dazu führen kann, dass er entweder Trades nicht schließt, wenn die Strategie dies erfordert, oder nach dem Schließen eines Trades weiter in dieselbe Richtung tradet.
  • ...beim Revenge-Trading ein Trader mit allen Mitteln und ohne Berücksichtigung der Strategie versucht, das in einem Trade verlorene Geld zurück zu gewinnen.
  • ...Vertrauen in deine Trading-Strategie und Trading auf einem Demo-Konto dir helfen, zu lernen, wie du deine Emotionen kontrollierst.
  • ...es keine Strategie mit einer Gewinnquote von 100 % gibt, sondern du lernen musst, das Risiko jedes Trades zu akzeptieren.