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Gleitende Durchschnitte

Der gleitende Durchschnitt ist einer der am häufigsten betrachteten Indikatoren. In der Regel wird er für zwei Zwecke genutzt: Ermitteln der Marktbedingungen und der Ein- und Ausstiegszeiten für einen Trade.

Was ein gleitender Durchschnitt ist

Ein gleitender Durchschnitt ist der durchschnittliche Kurs eines Instruments über einen bestimmten Zeitraum hinweg. Er wird als Linie auf einem Chart gezeigt. Die gleitende Durchschnittslinie ergibt sich anhand des durchschnittlichen Kurses über eine bestimmte Anzahl von Zeitperioden hinweg. Jeder durchschnittliche Kurs wird im Chart eingezeichnet. In der Regel wird der Schlusskurs eines jeweiligen Candlesticks betrachtet.

Ein gleitender Durchschnitt ist ein Indikator, der den durchschnittlichen Kurs eines Instruments über einen bestimmten Zeitraum hinweg anzeigt.

 

Schauen wir uns einen gleitenden Durchschnitt für 20 Perioden auf einem Fünf-Minuten-Chart an: Jeder Punkt des gleitenden Durchschnitts wird anhand des durchschnittlichen Schlusskurses der letzten 20 Fünf-Minuten-Candlesticks bestimmt. Während sich jeder Fünf-Minuten-Candlestick bildet, zeigt der gleitende Durchschnitt kontinuierlich den durchschnittlichen Schlusskurs für die jeweils letzten 20 Perioden. Dadurch ergibt sich eine fortlaufende Linie, wie im Folgenden gezeigt wird.

  1. Einfacher gleitender Durchschnitt über 20 Perioden

 

Gleitende Durchschnitte werden nicht immer für 20 Perioden angegeben. Die Anzahl der Perioden kann frei gewählt werden.

Der folgende Chart zeigt beispielsweise einen gleitenden Durchschnitt für 200 Perioden. Die Berechnung beruht also auf den 200 Perioden, die dem aktuellen Candlestick vorangingen.

  1. Einfacher gleitender Durchschnitt über 200 Perioden

Mit gleitenden Durchschnitten werden die Kursbewegungen „geglättet“ und als Linie abgebildet. Das macht es für Trader einfacher, Marktinformationen, wie beispielsweise die aktuelle Trendrichtung, zu deuten.

Auf dem Chart unten können anhand von Steilheit und Winkel der gleitenden Durchschnittslinie Trendrichtung und -stärke festgestellt werden. Verläuft die gleitende Durchschnittslinie sehr steil, befindet sich der Kurs in einem starken Trend.

  1. Steiler Aufwärtswinkel deutet auf einen stark bullishen Trend hin
  2. Flacher Winkel in einer Kursspanne zeigt einen schwachen bullishen Trend an
  3. Steiler Aufwärtswinkel deutet auf einen stark bullishen Trend hin

Trader können je nachdem, ob der Kurs ober- oder unterhalb eines gleitenden Durchschnitts liegt, entscheiden, in welche Richtung sie traden.

Liegt der Kurs über einem gleitenden Durchschnitt, ist er höher als die jüngsten Durchschnittskurse. Du kannst also davon ausgehen, dass der Kurs steigt. Bewegt sich der Kurs hingegen unter einem gleitenden Durchschnitt, kann das als Zeichen gesehen werden, dass der Kurs fällt.

Normalerweise bedeutet ein über einem gleitenden Durchschnitt liegender Kurs logischerweise, dass der Kurs steigt. Liegt der Kurs unter einem gleitenden Durchschnitt, fällt er wahrscheinlich.

Beachte aber, dass dies eine subjektive Beurteilung ist. Jeder gleitende Durchschnitt bezieht sich auf die Periode, deren Trend du beobachtest. Weitere gleitende Durchschnitte auf dem Chart müssen ebenfalls berücksichtigt werden.

Betrachte beispielsweise die Informationen auf dem folgenden Chart. Falls sich der Kurs oberhalb eines gleitenden Durchschnitts für 20 Perioden bewegt, könntest du annehmen, dass er gegenwärtig im Aufwärtstrend liegt. Gleichzeitig könnte der Kurs aber auch unterhalb des gleitenden Durchschnitts für 200 Perioden liegen. Damit befände sich der Kurs insgesamt in einem langfristigen Abwärtstrend.

  1. 20-Perioden-gleitender-Durchschnitt deutet auf einen kurzfristigen Aufwärtstrend hin
  2. 200-Perioden-gleitender-Durchschnitt zeigt hingegen einen weiter anhaltenden, langfristigen Abwärtstrend an

Anhand dieser gleitenden Durchschnitte kann ein Trader nicht nur den gegenwärtigen kurzfristigen Kurstrend identifizieren, sondern auch den übergeordneten längeren Trend.

Wie anhand mehrerer gleitender Durchschnitte ein klarer Trend definiert werden kann

Ein Trader kann mehrere gleitende Durchschnitte nutzen, um einen klaren Abwärts- oder Aufwärtstrend zu identifizieren.

Anhand mehrerer gleitender Durchschnitte kannst du eindeutige Aufwärts- und Abwärtstrends feststellen.

Denn in einem eindeutigen Trend-Markt sind gleitende Durchschnitte umso weiter vom Kurs entfernt, je mehr Perioden sie reflektieren. Das ist im Chart unten ersichtlich: Der Kurs befindet sich im Abwärtstrend. Der gleitende Durchschnitt für 10 Perioden liegt dem Kurs am nächsten, der für 20 Perioden am zweitnächsten, und so fort. Die so geordneten gleitenden Durchschnitte deuten klar auf den Abwärtstrend hin.

  1. 200-Perioden-gleitender-Durchschnitt
  2. 50-Perioden-gleitender-Durchschnitt
  3. 20-Perioden-gleitender-Durchschnitt
  4. 10-Perioden-gleitender-Durchschnitt

Auswahl der Periodenanzahl

Es gibt keine bestimmten Regeln über die Anzahl der Perioden, für die ein Trader gleitende Durchschnitte betrachten sollte. Die Wahl bleibt jedem Einzelnen überlassen.

Je kürzer die Periode des gleitenden Durchschnitts, desto schneller ändert sich dieser mit dem Kurs. Gleichzeitig bieten aber gleitende Durchschnitte für kürzere Perioden weniger zuverlässige Hinweise als solche für längere Perioden. Ein gleitender Durchschnitt für eine längere Periode bietet zuverlässigere Signale, reflektiert Kursänderungen aber sehr viel langsamer.

Je kürzer die Periode eines gleitenden Durchschnitts ist, desto schneller reflektiert dieser Kursänderungen. Gleichzeitig sind die Signale aber umso unzuverlässiger. Je länger die Periode, desto zuverlässiger die Signale. Die Kursbewegung wird aber sehr viel langsamer abgebildet.

Beispielsweise zeigt der 10-Perioden-gleitende-Durchschnitt die Kursbewegung für jeweils die letzten 10 Perioden, zeigt also Änderungen in der Kursrichtung sehr schnell an. Der Nachteil ist, dass Trader oft falsche Signale über Trendänderungen erhalten, weil manchmal kurzfristige Kursspitzen vorkommen.

Ein 200-Perioden-gleitender-Durchschnitt reflektiert Kursbewegungen langsamer, liefert aber auch weniger falsche Signale. Der Nachteil ist, dass aufgrund der langsameren Abbildung sehr viel seltener Signale gegeben werden.

Der folgende Chart zeigt, wie sich die Linie des 10-Perioden-gleitenden-Durchschnitts (lila) sehr viel häufiger mit der Kursbewegung ändert als die des 200-Perioden-gleitenden-Durchschnitts (rot).

  1. 200-Perioden-gleitender-Durchschnitt reflektiert die neueste Kursbewegung noch nicht
  2. 10-Perioden-gleitender-Durchschnitt zeigt einen Abwärtstrend an

Verschiedene Arten von gleitenden Durchschnitten

Die verschiedenen Arten von gleitenden Durchschnitten werden von fast allen Charting-Paketen automatisch berechnet. Du betrachtest lediglich die im Chart eingezeichneten Linien.

Es gibt vier verschiedene Arten von gleitenden Durchschnitten:

  • Einfach
  • Exponentiell
  • Linear gewichtet
  • Geglättet

Wesentlicher Unterschied dieser verschiedenen Arten von gleitenden Durchschnitten ist ihre Berechnungsweise. Aus diesem Grund werden sie unterschiedlich auf dem Kurschart abgebildet.

Beim einfachen gleitenden Durchschnitt wird bei der Berechnung jede Periode gleich gewichtet. Bei exponentiellen, linear gewichteten und geglätteten gleitenden Durchschnitten liegt der Schwerpunkt auf den jüngsten Perioden der Berechnung. Sieh dir den 50-Perioden-gleitenden Durchschnitt auf dem folgenden Chart in Verbindung mit den verschiedenen Arten gleitender Durchschnitte an. Wie du siehst, werden die gleitenden Durchschnitte unterschiedlich abgebildet.

  1. Linear gewichteter gleitender Durchschnitt
  2. Exponentieller gleitender Durchschnitt
  3. Einfacher gleitender Durchschnitt
  4. Geglätteter gleitender Durchschnitt

Nutzung von gleitenden Durchschnitten als Unterstützung und Widerstand

Falls der Kurs den gleitenden Durchschnitt auf dem Kurschart berührt, kann der gleitende Durchschnitt bei einem darunter liegenden Kurs als Widerstand und bei einem darüber liegenden Kurs als Unterstützung fungieren.

Gleitende Durchschnitte können auch als Indikatoren für Unterstützung oder Widerstand genutzt werden und mögliche Marktein- oder -ausstiegspunkte anzeigen. Konkret: wenn der Kurs die gleitende Durchschnittslinie auf dem Chart berührt, erteilen die Trader, die den Chart beobachten, ihre Kauf- oder Verkaufsorder. Im Wesentlichen funktioniert ein gleitender Durchschnitt hier also genau wie eine horizontale Unterstützungs- oder Widerstandslinie.

Liegt der Kurs unter dem gleitenden Durchschnitt, fungiert dieser als Widerstand; liegt der Kurs darüber, nimmt man den gleitenden Durchschnitt als Unterstützung.

Gleitende Durchschnitte sind dynamische Unterstützungs- und Widerstandsniveaus, da sie sich mit den Kursbewegungen ändern.

  1. Einfacher gleitender Durchschnitt
  2. Gleitender Durchschnitt wirkt als Widerstand für die Kursbewegung

Überschneidungen gleitender Durchschnitte

Anhand von Überschneidungen von gleitenden Durchschnitten kann eine Trendumkehr identifiziert werden. Hierbei werden zwei gleitende Durchschnitte für unterschiedliche Perioden genutzt, um den kurzfristigen und längerfristigen Kurstrend zu zeigen.

Wenn ein gleitender Durchschnitt für eine kurze Periode den einer längeren Periode von unten nach oben kreuzt, kann das auf eine Trendumkehr nach oben hindeuten. Ebenso kann ein gleitender Durchschnitt einer kurzen Periode, der den einer längeren Periode von oben nach unten kreuzt, eine Trendumkehr nach unten anzeigen.

Wenn sich kurzfristige und längerfristige gleitende Durchschnittslinien kreuzen, kann das eine Änderung der Trendrichtung anzeigen. Trader können diese sogenannten Crossovers nutzen, um zum richtigen Zeitpunkt in den Markt ein- und auszusteigen.

Der folgende Chart zeigt eine Trendumkehr von einem Abwärts- zu einem Aufwärtstrend. Das erkennst du daran, dass die sich schnell ändernde gleitende Durchschnittslinie, die erst unterhalb der sich langsam ändernden lag, diese gekreuzt hat. Das zeigt eine eindeutige Trendumkehr der Kursbewegung nach oben an.

  1. Sich langsam ändernder gleitender Durchschnitt
  2. Sich schnell ändernder gleitender Durchschnitt
  3. Sich schnell ändernde gleitende Durchschnittslinie kreuzt die sich langsam ändernde

 

Zusammenfassung

Bis jetzt hast du gelernt, dass ...

  • ... ein gleitender Durchschnitt der durchschnittliche Kurs eines Währungspaares ist und anhand der Schlusskurse einer bestimmten Anzahl von Perioden berechnet wird.
  • ... anhand eines gleitenden Durchschnitts der Trend ermittelt werden kann.
  • ... es vier wesentliche Arten gleitender Durchschnitte gibt: einfach, exponentiell, linear gewichtet und geglättet.
  • ... ein gleitender Durchschnitt für längere Perioden zwar verlässlichere Signale liefert, ein gleitender Durchschnitt für kürzere Perioden jedoch schneller auf Trendänderungen reagiert.
  • ... gleitende Durchschnitte als Unterstützungs- und Widerstandsniveaus genutzt werden können.
  • ... anhand sich kreuzender gleitender Durchschnittslinien eine Trendänderung festgestellt werden kann.