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04. Auswirkungen von Geldpolitik auf eine Währung

In dieser Lektion wird erklärt, wie Regierungen und Zentralbanken durch Geldpolitik und Finanzpolitik den Wert einer Währung direkt beeinflussen können.

Die Geldmenge ist der gesamte in der Wirtschaft verfügbare Geldbetrag

Der Wert einer Währung wird wie der jedes anderen finanziellen Vermögenswerts durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Die tatsächlich in der Wirtschaft in Umlauf befindliche Geldmenge wirkt sich deshalb auf den Wert einer Währung aus. Die Geldmenge ist der gesamte in der Wirtschaft zur Verfügung stehende Geldbestand. Steigt die Geldmenge, stehen mehr Mittel für Investitionen und Ausgaben zur Verfügung. Die Wirtschaft wird angekurbelt. Die gegenteilige Wirkung entsteht, wenn die Geldmenge verringert wird.

Die Geldmenge ist der gesamte in der Wirtschaft zur Verfügung stehende Geldbetrag. Wird die Geldmenge zu groß, steigt die Inflation. Wird die Geldmenge hingegen zu klein, beeinträchtigt dies das Wachstum.

 

Es ist wichtig, das Wachstum der Geldmenge unter Kontrolle zu halten. Ist die Geldmenge zu groß, kann die Inflationsrate derart ansteigen, dass dies der Wirtschaft schadet. Ist zu wenig Geld in Umlauf, kann dies das Wirtschaftswachstum beeinträchtigen. Finanzpolitiker müssen Wachstum und Inflation sorgfältig gegeneinander abwägen und entweder eine restriktive oder eine lockere Geldpolitik verfolgen.

Bei einer restriktiven Geldpolitik versucht die Zentralbank, die Geldmenge zu verringern. Bei einer lockeren Geldpolitik wird hingegen die Geldmenge erhöht.

Zwei oft genutzte Möglichkeiten zur Kontrolle der Geldmenge sind die Änderung der Zinssätze oder der Mindestreserveanforderungen einer Bank.

Änderung der Zinssätze beeinflusst die Geldmenge

Eine Zentralbank kann die Zinssätze erhöhen, um das in einer Wirtschaft verfügbare Kapital zu beschränken. Damit wird effektiv der Umfang der Kredite begrenzt, die Verbraucher oder Unternehmen aufnehmen können, denn höhere Zinssätze bedeuten höhere Darlehenskosten. Werden Kreditaufnahmen in einer Wirtschaft begrenzt, verringert sich auch das Ausgabe- und Investitionsvolumen. Dementsprechend geht die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen zurück. So wird Inflation in der Regel unter Kontrolle gebracht, denn infolge der geringeren Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen steigen Preise in der Regel langsamer an oder gehen in einigen Fällen sogar zurück.

Das Erhöhen der Zinssätze verteuert Kreditaufnahmen und verringert das in der Wirtschaft für Investitionen und Ausgaben verfügbare Kapitalvolumen

 

Um den in einer Wirtschaft verfügbaren Kapitalbetrag zu erhöhen, kann eine Zentralbank die Zinssätze senken. Damit wird eine Kreditaufnahme billiger und zunehmende Kreditaufnahmen und Ausgaben stimulieren die Wirtschaft.

Restriktive Geldpolitik wirkt sich positiv auf eine Währung aus

Eine restriktive Geldpolitik stärkt in der Regel den Wert einer Währung, weil höhere Zinssätze neues Kapital in die Wirtschaft ziehen. Grund dafür ist, dass hohe Zinssätze meist Zeichen einer starken Wirtschaft sind. Investoren erhalten höhere Erträge für ihr bei Banken in diesem Wirtschaftsraum angelegtes Kapital.

Lockere Geldpolitik wirkt sich negativ auf eine Währung aus

Bei niedrigeren Zinssätzen ist die Kreditaufnahme billiger und das in der Wirtschaft für Investitionen und Ausgaben verfügbare Kapitalvolumen größer.

 

Eine lockere Geldpolitik ist gewöhnlich nachteilig für eine Währung, denn leichter erhältliches Kapital wirkt meistens inflationär. Dadurch verringert sich die Kaufkraft einer Währung und der Wert der Währung fällt. Außerdem erhalten Investoren bei niedrigeren Zinssätzen niedrigere Renditen für ihr im Wirtschaftsgebiet angelegtes Kapital. Sie bemühen sich, ihr Kapital stattdessen anderswo zu investieren, was zum Wertverfall der Währung beiträgt.

Kontrolle der Mindestreserveanforderungen an Banken beeinflusst die Geldmenge

Eine weitere Möglichkeit zur Kontrolle der Geldmenge ist, den Geldbetrag zu begrenzen, den eine Bank an Verbraucher und Unternehmen verleihen darf. Dazu werden die Mindestreserveanforderungen an Banken festgelegt.

Banken verfügen nur über einen kleinen Anteil ihrer Vermögenswerte in Bargeld, das jederzeit und unverzüglich abgehoben werden kann. Das verbleibende Kapital – in der Regel der Großteil des Kapitals einer Bank – ist investiert worden oder wurde in Form von Darlehen oder Hypotheken verliehen.

Die Zentralbank legt den Mindestbetrag fest, der für sofortige Abhebung zur Verfügung stehen muss – die sogenannte Mindestreserveanforderung.

Hebt eine Zentralbank die Mindestkapitalanforderungen an, reduziert dies den Betrag, den die Banken zur Kreditvergabe zur Verfügung haben. Das Kapitalvolumen in einem Wirtschaftsgebiet wird effektiv verringert – die Geldmenge geht zurück.

Werden die erforderlichen Kapitalreserven einer Bank erhöht, reduziert sich damit der Betrag, den die Banken noch zum Verleihen übrig haben. Dies verringert effektiv die Geldmenge. Eine Reduktion der Mindestkapitalreserve hat den gegenteiligen Effekt – die Geldmenge wird erhöht.

 

Eine Reduktion der Mindestkapitalreserve hat die umgekehrte Wirkung. Banken können mehr verleihen und investieren, und die in der Wirtschaft in Umlauf befindliche Geldmenge steigt.

Änderung der Mindestreserveanforderungen kann den Wert einer Währung beeinflussen

Die Auswirkungen auf die Wirtschaft ähneln denen einer Zinssatzänderung durch die Zentralbank.

Muss eine Bank mehr Kapital als Reserve einbehalten, verringert sich damit der Betrag, den sie verleihen kann. Kreditnehmern werden eventuell höhere Zinsen berechnet. Höhere Zinssätze kommen jedoch Sparern zugute, die für ihre Ersparnisse höhere Erträge erhalten.

Wahrscheinlich steigt die Währung dadurch im Wert. Mehr Kapital fließt in die Wirtschaft ein, weil Investoren sich die höheren Zinssätze zunutze machen wollen. Analog wirkt sich ein Herabsetzen der Mindestreserven wahrscheinlich negativ auf eine Währung aus. Banken können es sich leisten, mehr zu verleihen, und senken deshalb die Zinssätze.

Die Wirtschaft kann durch Finanzpolitik stimuliert werden

Staatsausgaben gehören zur Finanzpolitik eines Landes. Politische Entscheidungsträger nutzen sie, um Steuern und Ausgaben zu manipulieren und damit die Wirtschaft zu beeinflussen.

Staatsausgaben werden entweder durch Steuern oder durch Kreditaufnahmen gedeckt. Bei Letzterem stellt der Staat festverzinsliche Wertpapiere aus, sogenannte Staatsanleihen. Gibt ein Land mehr aus, als es einnimmt und leiht sich zu diesem Zweck Mittel von Privatinvestoren, besteht ein Haushaltsdefizit.

Staatsausgaben stellen in der Regel eine wichtige Möglichkeit dar, die Wirtschaft zu stimulieren. Sie können entweder in bestimmte Projekte einfließen, beispielsweise Bauvorhaben oder die Entwicklung von Infrastruktur, oder zum Einstellen öffentlicher Bediensteter genutzt werden.

Staatsausgaben sind Teil der Finanzpolitik. Oft sind sie eine wichtige Methode, um die Wirtschaft zu stimulieren – besonders, wenn einer Rezession entgegengewirkt werden soll. Verfolgt ein Land eine lockere Finanzpolitik, kann der Wert der Landeswährung dadurch ansteigen.

 

Staatsausgaben können effektiv eingesetzt werden, um einer Rezession entgegenzuwirken, denn das injizierte Geld stimuliert die Wirtschaft. Ein Bauprojekt für Sozialwohnungen kommt beispielsweise Bauunternehmern und Baumaterialherstellern zugute.

Wenn ein Land eine lockere Finanzpolitik verfolgt, kann sich dies positiv auf das Investitionsvolumen in der Landeswährung auswirken. Infolgedessen steigt wahrscheinlich der Wert der Währung.

 

Zusammenfassung

Bisher hast du gelernt, dass ...

  • ... die Geldmenge – der gesamte in einer Wirtschaft verfügbare Geldbetrag – den Wert der Währung dieses Wirtschaftsgebiets beeinflusst.
  • ... es wichtig ist, die Geldmenge in einer Wirtschaft unter Kontrolle zu behalten: Eine zu hohe Geldmenge kann zu Inflation führen, eine zu geringe das Wirtschaftswachstum behindern.
  • ... Geldpolitik zur Kontrolle der Geldmenge genutzt wird.
  • ... bei einer restriktiven Geldpolitik die Geldmenge verringert wird. Dazu wird das verfügbare Kapital eingeschränkt, in der Regel durch das Anheben der Zinssätze oder der Mindestreserveanforderungen an Banken.
  • ... eine restriktive Geldpolitik meistens eine Währung stärkt.
  • ... bei einer lockeren Geldpolitik die Geldmenge erhöht wird, meistens durch eine Erhöhung des verfügbaren Kapitals. In der Regel werden Zinssätze oder Mindestreserveanforderungen an Banken herabgesetzt.
  • ... eine lockere Geldpolitik meistens eine Währung schwächt.
  • ... im Rahmen der Finanzpolitik die Wirtschaft durch Staatsausgaben beeinflusst werden kann.
  • ... Finanzpolitik zum Ankurbeln der Wirtschaft genutzt werden kann und sich meistens positiv auf den Wert einer Währung auswirkt.