Welcome to the new Tradimo learning platform. If you come from the previous version of Tradimo, you need to register again. Apologies for the inconvenience

Welcome to Tradimo! Here is our special offer for new users: Buy your first course now and get 10% off! 

0:00/6:29

Fibonacci Level

Der Begriff „Fibonacci“ steht beim Trading für einen Indikator bzw. ein Tool, welches Kursbewegungen misst und anschließend Unterstützungs- und Widerstands-Zonen mithilfe horizontaler Linien auf dem Kurs-Chart abbildet. Diese Unterstützungs- und Widerstands-Linien werden als „Fibonacci-Linien“ (engl. Fibonacci level) bezeichnet und wie gewöhnliche Unterstützungs- und Widerstands-Linien zum Treffen von Trading-Entscheidungen herangezogen.

Das Fibonacci-Tool und Preisbewegungen

Wenn sich der Kurs in eine Richtung bewegt, sind Anfang und Ende dieser Bewegung klar erkennbar. Das Fibonacci-Tool misst die Reichweite der Bewegung und platziert automatisch die sogenannten Fibonacci Korrektur- und Trendverlängerungs-Linien – auf die wir später näher eingehen.

Die Berechnung der Fibonacci-Linien basiert auf den Zahlen der Fibonacci-Folge bzw. der prozentualen Differenz zwischen diesen. In dieser Lektion werden wir jedoch nur über die Nutzung des Tools sprechen und nicht die mathematischen Hintergründe betrachten.

Voraussetzung ist eine Kursbewegung von Anfang bis Ende

Das Fibonacci-Tool wird manuell eingefügt. Wenn wir einen Abwärtstrend messen, dann muss das Tool vom Anfang der Kursbewegung bis zum Ende sowie stets von links nach rechts eingezeichnet werden. Auf dem folgenden Chart ist das zu sehen:

  1. Das Tool wird oben beginnend eingezeichnet.
  2. Das Tool wird von links nach rechts bis zum Ende der Kursbewegung gezeichnet.

Bei einer Aufwärtsbewegung wird das Tool vom Anfang der Kursbewegung unten links bis zu deren Ende oben rechts eingezeichnet. Der folgende Chart zeigt ein Beispiel dafür:

  1. Das Tool wird unten beginnend eingezeichnet.
  2. Das Tool wird von links nach rechts bis zum Ende der Kursbewegung gezeichnet.

In MT4 werden die Fibonacci-Niveaus automatisch platziert.

Wie du auf dem Chart oben sehen kannst, platziert das Fibonacci-Tool, nachdem es eingezeichnet wurde, automatisch die Fibonacci-Linien zwischen dem Anfang und dem Ende der Kursbewegung. Diese Linien werden auch als Korrektur-Linien bezeichnet.

Fibonacci-Niveaus werden als Prozentsatz der gesamten Kursbewegung angezeigt. Die auf halber Höhe zwischen Anfang und Ende der Kursbewegung eingezeichnete Linie stellt das 50% Korrektur-Level dar. Wenn daher die Kurskorrektur bis zu dieser Linie verläuft, sagt man, der Kurs hat sich auf das 50%-Level korrigiert. An dieser Stelle stößt der Kurs abhängig von der Richtung des Trends auf Unterstützung bzw. Widerstand.

Am wahrscheinlichsten sind Kurskorrekturen auf die Niveaus 38,2%, 50% und 61,8%.

 

Die Korrektur-Linien geben daher an, wie stark die entgegengesetzte Kursbewegung vermutlich ausfällt.

Auf dem folgenden Chart sind die Levels 38,2%, 50% und 61,8% abgebildet. Es ist am Wahrscheinlichsten, dass sich der Kurs auf diese Niveaus korrigiert, es gibt allerdings noch weitere Korrektur-Levels, die ebenfalls funktionieren können.

  1. 38,2% Niveau
  2. 50,0% Niveau
  3. 61,8% Niveau

Fibonacci-Korrektur-Levels können als Einstiegspunkte verwendet werden

Wie du auf dem unteren Chart sehen kannst, wurde das Fibonacci-Tool in einen Aufwärtstrend eingezeichnet und die Niveaus 38,2%, 50% sowie 61,8% zwischen Anfang und Ende der Kursbewegung wurden abgebildet. Da Kurskorrekturen auf diese Levels wahrscheinlich sind, kannst du sie als potenzielle Einstiegspunkte betrachten.

  1. Potenzieller Long Entry bei 61,8%.
  2. Potenzieller Long Entry bei 50.0%.
  3. Potenzieller Long Entry bei 38.2%.

Auswahl des richtigen Niveaus für den Einstieg

Es gibt zwei Möglichkeiten, das Korrektur-Level für einen Markteintritt zu bestimmen:

1. Aggressiver Einstieg sobald der Kurs jede der Linien erreicht.

Du könntest auf jedem Korrektur-Level einsteigen und jeweils auf der anderen Seite des Fibonacci-Levels einen Stop-Loss setzen. Wenn der Stop-Loss ausgelöst wird, dann steigst du einfach beim nächsten Level erneut ein, bis der Kurs sich zu deinen Gunsten entwickelt. Dies ist die aggressive Art, um mit dem Fibonacci-Tool Einstiegspunkte zu finden.

2. Warte zunächst, bis der Kurs an diesen Levels Widerstand oder Unterstützung signalisiert.

Du wartest bis der Kurs an diesen Levels umkehrt und wieder der ursprünglichen Richtung des Trends folgt, dann steigst du ein.

Es ist wichtig hervorzuheben, dass Fibonacci-Levels selbst kein Trading-System sind, sondern als Teil eines Trading-Systems verwendet werden müssen.

Fibonacci-Verlängerungs-Niveaus

Das Fibonacci-Tool wird nicht nur verwendet, um Unterstützung und Widerstand bei Korrekturen zu berechnen, sondern es kann auch Trendverlängerungs-Zonen projizieren, mit deren Hilfe man sehen kann, wohin sich der Kurs wahrscheinlich bewegt. Fibonacci-Verlängerungen können daher zur Bestimmung von Take-Profits oder als Einstiegspunkte beim Trading gegen den Trend verwendet werden.

Am häufigsten werden Trendverlängerungs-Niveaus von 138,2% und 161,8% genutzt, dies sind jedoch nicht die einzigen Möglichkeiten. Hier ein Beispiel für Verlängerungs-Niveaus in einem Abwärtstrend:

  1. 138,2% Verlängerungs-Niveau.
  2. 161,8% Verlängerungs-Niveau.

Mithilfe des Fibonacci-Tools kannst du bei Kursbewegungen das Korrektur-Level bestimmen, um an dieser Stelle eine Position zu eröffnen und diese dann an einem der Trendverlängerungs-Levels wieder zu verlassen.

Auf dem folgenden Chart siehst du die Verlängerungs-Linien des Fibonacci-Tools in einem Aufwärtstrend. Du kannst die Korrektur- und Verlängerungs-Linien sehen.

  1. Potenzieller Long-Entry an Korrektur-Linie.
  2. Potenzieller Ausstieg an Verlängerungs-Linie.

Auswahl eines Verlängerungs-Levels als Take-Profit

Die Verlängerungs-Linien können zur Profitmaximierung den entsprechenden Korrektur-Niveaus zugeordnet werden. So würde beispielsweise bei einer Kurskorrektur auf ein Korrektur-Level von 38,2% das zugehörige Verlängerungs-Level bei 138,2% liegen.

  1. Short-Entry bei 50,0% Korrektur-Niveau
  2. Zugehöriges Verlängerungs-Niveau bei 161,8%

Du wirst dich womöglich fragen, warum es eine Beziehung zwischen Fibonacci Korrektur- und Verlängerungs-Niveaus gibt. Die Antwort darauf ist eine sogenannte „Self-Fulfilling-Prophecy“ (dt. sich selbst erfüllende Vorhersage). Banken und große Finanzinstitute müssen ihren Profit im Auge behalten und Fibonacci-Verlängerungs-Levels sind eine Möglichkeit, Take-Profits zu definieren. Da sie davon ausgehen, dass andere Banken und Trader bei Erreichung dieser Niveaus ihre Profite mitnehmen werden, tun sie dasselbe und die Vorhersage erfüllt sich quasi von selbst.

Es muss jedoch festgehalten werden, dass dies kein „Naturgesetz“ ist. Damit Verlängerungs-Levels Gültigkeit haben, muss ein bestätigter Trend zugrunde liegen und selbst dann treffen sie nicht immer zu.

Jedes Level als Gewinnziel verwenden

Eine simplere Methode, Trendverlängerungs-Linien zu nutzen, besteht darin zu warten, bis der Kurs eindeutig auf Unterstützung bzw. Widerstand gestoßen ist. Anders gesagt: Wenn der Kurs scheinbar nicht in der Lage ist, eine Fibonacci-Zone zu durchbrechen, dann kann dieses als guter Ausstiegspunkt betrachtet werden.

Obwohl Verlängerungs-Niveaus für Take-Profits eine „Self-Fulfilling-Prophecy“ sind, müssen sie nicht immer zutreffen und gelten, wenn überhaupt, nur für bestätigte Trends.

 

Zusammenfassung

Das hast du bis jetzt gelernt:

  • Das Fibonacci-Tool bildet basierend auf einer Kursbewegung Unterstützungs- und Widerstandslinien auf einem Chart ab.
  • Das Fibonacci-Tool wird sowohl für Long-Trades in Aufwärtstrends als auch für Short-Trades in Abwärtstrends stets von links nach rechts auf dem Kurs-Chart eingezeichnet.
  • Die zwischen dem Start- und dem Endpunkt der Kursbewegung abgebildeten Linien sind Korrektur-Levels, an denen der Kurs bei einer Korrektur wahrscheinlich auf Unterstützung bzw. Widerstand stößt.
  • Am häufigsten werden die Korrektur-Linien 38,2 %, 50% und 61,8% für Markteintritte verwendet.
  • Es gibt zwei Ansätze, um Korrektur-Linien für Einstiege zu verwenden. Entweder aggressiv beim Erreichen jeder Korrektur-Linie einsteigen oder vorher warten, bis der Kurs wieder dem ursprünglichen Trend folgt.
  • Die außerhalb der Reichweite der Kursbewegung abgebildeten Linien sind Trendverlängerungs-Linien und zeigen an, wohin sich der Kurs wahrscheinlich bewegt.
  • Am häufigsten werden die Trendverlängerungs-Linien 138,2% und 161,8% als Marktaustrittspunkte bzw. Take-Profits verwendet.
  • Nach der These des Fibonacci-Indikators stehen Korrektur- und Verlängerungslevels in einem Zusammenhang: Nach einem Korrektur-Level von 38,2% bewegt sich demnach der Kurs wahrscheinlich bis auf 138,2% und die Korrektur-Level 50% und 61.8% führen wahrscheinlich bis zum Fibonacci-Niveau 161.8%.