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Auswirkungen von Staatspolitik

Die Regierung eines Landes bestimmt das Geschäftsumfeld, in dem Unternehmen aktiv sind.

Deshalb haben staatliche Maßnahmen wie beispielsweise geänderte Aufsichtsregeln, Steuern, Zinssätze und Ausgabenprogramme enormen Einfluss auf die Performance und den Kurs der Aktien einzelner Unternehmen.

In dieser Lektion erfährst du, wie sich diese Staatspolitik auf Aktienkurse auswirkt.

Regulatorische Änderungen

Staatsregierungen sind für die Regulierung bestimmter Industriesektoren verantwortlich, beispielsweise der Banken-, Versicherungs- und Telekommunikationsbranchen.

Hin und wieder nehmen Regierungen Gesetzesänderungen vor, die die Performance bestimmter Branchen begünstigen oder erschweren.

Beispielsweise sind Banken in den meisten Ländern zur Hinterlegung einer Mindestreserve verpflichtet, um einen bestimmten Anteil von Kundeneinlagen bar zu decken.

Eine gesetzliche Erhöhung der von Banken zu hinterlegenden Mindestreserven kann die Aktienkurse von Banken herabdrücken, weil sie weniger Geld verleihen können und deshalb auch weniger Zinseinnahmen haben. Eventuell sind auch Aktienkurse von Unternehmen betroffen, die jetzt weniger Geld leihen können, um ihre Aktivitäten zu finanzieren.

 

Eine Erhöhung der Mindestreserveanforderung kann dazu führen, dass Banken weniger Geld an Unternehmen verleihen können.

Kann eine Bank weniger verleihen, verdient sie auch weniger Zinsen. Das wiederum kann sich negativ auf den Aktienkurs der Bank auswirken.

Aufgrund der gegenseitigen Abhängigkeiten innerhalb einer Staatswirtschaft wirken sich Regelungen für eine Branche eventuell auch auf die Finanzlage und Aktienkurse von Unternehmen in anderen Branchen aus.

Eine Erhöhung der Mindestreserveanforderungen an Banken hat beispielsweise auch Auswirkungen auf einzelne Unternehmen, die oft auf Bankendarlehen angewiesen sind, um ihr Wachstum zu finanzieren. Wird die Möglichkeit von Unternehmen, Geld von Banken auszuleihen, beeinträchtigt, kann das auch die Aktienkurse dieser Unternehmen herabdrücken.

Ebenso verhält es sich umgekehrt. Wenn eine Staatsregierung die Mindestreserveanforderungen verringert, kann dies die Aktienkurse von Banken und Unternehmen, die Darlehenskosten zu tragen haben, begünstigen.

Deshalb ist ratsam, die Gesetzgebung im Auge zu behalten, die Aktienkurse der Unternehmen beeinflussen könnte, in die du eventuell investieren möchtest.

Steuern

Jedes Unternehmen unterliegt Besteuerung verschiedener Art, entweder direkt oder indirekt. Eine Veränderung der Besteuerung beeinflusst die Performance und den Aktienkurs des Unternehmens.

Am offensichtlichsten ist dies bei einer Änderung der Körperschaftsteuer, die sich direkt auf den vom Unternehmen erzielten Gewinn auswirkt.

Eine Erhöhung der Körperschaftsteuer kann Unternehmen sogar veranlassen, den Geschäftssitz in ein anderes Land mit günstigerer Steuergesetzgebung zu verlegen.

Erhöhte Steuern auf den Kauf von Waren, die ein Unternehmen in großen Mengen bezieht, kann den Aktienkurs ebenfalls herabdrücken. Höhere Kosten bedeuten geringere Gewinne. Falls Unternehmen diese höheren Kosten in Form höherer Preise an Verbraucher weitergeben, können sich dadurch zusätzlich die Einnahmen verringern.

 

Steuern auf bestimmte Waren oder Ressourcen können ebenfalls die Profitabilität – und damit die Aktienkurse – von Unternehmen in damit verbundenen Branchen beeinträchtigen.

Erhöht beispielsweise eine Staatsregierung die Kraftstoffsteuer, müssen Unternehmen wie Fluggesellschaften oder Kurierdienste, die viel Kraftstoff brauchen, mit schrumpfenden Gewinnmargen rechnen.

Eventuell geben diese Unternehmen die höheren Kraftstoffkosten dann in Form höherer Preise an Verbraucher weiter. Infolgedessen kann die Nachfrage nach ihren Produkten oder Dienstleistungen zurückgehen, damit sinken auch die Einnahmen der Unternehmen.

Falls du also den Kauf oder Verkauf von Aktien eines bestimmten Unternehmens erwägst, solltest du nicht nur auf Steueränderungen achten, die die Rentabilität des Unternehmens direkt beeinflussen, sondern auch auf solche, die die vom Unternehmen genutzten Ressourcen betreffen. 

Geldpolitik

Die Geldpolitik wird von Staatsregierungen genutzt, um die in Umlauf befindliche Geldmenge zu kontrollieren. Dadurch kann die Wirtschaft bei zu niedrigem Wachstum angeregt oder bei zu hoher Inflation verlangsamt werden.

Niedrigere Zinssätze können Aktienkurse stärken. Unternehmen müssen geringere Darlehenskosten aufwenden und können mehr in ihr Wachstum investieren. Die niedrigeren Darlehenskosten kommen auch Verbrauchern zugute, die mehr Geld zur Verfügung haben, um Produkte oder Dienstleistungen von Unternehmen zu kaufen.

 

Eine Möglichkeit, die Wirtschaft zu stimulieren, ist das Herabsetzen der Zinssätze durch eine Zentralbank. Dadurch reduzieren sich die Darlehenskosten für Unternehmen und Verbraucher, die infolgedessen mehr Geld für Ausgaben und Investitionen zur Verfügung haben.

Niedrigere Zinssätze führen also meistens zu höheren Aktienkursen. Unternehmen haben geringere Kosten und können mehr in ihr künftiges Wachstum investieren, während Verbraucher mehr Geld zur Verfügung haben, das sie für die Waren oder Dienstleistungen von Unternehmen ausgeben können.

Im Gegensatz dazu erhöhen sich bei höheren Zinssätzen auch die Kosten für Unternehmen. Gleichzeitig haben Verbraucher ebenfalls weniger Geld, das sie für Waren und Dienstleistungen ausgeben können. Erhöhte Zinssätze können somit fallende Aktienkurse von Unternehmen zur Folge haben.

Staatsregierungen können außerdem Staatsanleihen aufkaufen, um Geld in die Wirtschaft fließen zu lassen. Das wird auch „Gelddrucken“ genannt.

Eine etwas andere Vorgehensweise ist die quantitative Lockerung. Hierbei kaufen Staatsregierungen finanzielle Vermögenswerte von kommerziellen Banken und anderen Instituten, um Geld in die Wirtschaft zu injizieren.

Durch eine Erhöhung der Geldmenge steigen meistens die Verbraucherausgaben. Das wirkt sich besonders auf die Aktienkurse von Unternehmen der Einzelhandelsbranche positiv aus, deren Einnahmen unter solchen Umständen meistens steigen.

Fiskalpolitik

Im Rahmen der Fiskalpolitik führen Staatsregierungen Ausgabenprogramme durch. Das stimuliert die Wirtschaft, beispielsweise durch große Infrastrukturprojekte.

Solche Programme kommen verschiedenen Branchen zugute, je nachdem, wo die Ausgaben der Regierung angelegt werden.

Investiert eine Regierung beispielsweise in Bereichen wie dem Bau günstiger Wohnungen, können infolgedessen zunächst die Aktienkurse von Bauunternehmen steigen, die neue Verträge für den Bau von Wohnungen und Straßen gewinnen.

Denke deshalb daran, wie Ankündigungen erhöhter oder verringerter Staatsausgaben sich auf die Profitabilität eines Unternehmens auswirken könnten, in das du eventuell investieren willst.

Ausgabenprogramme von Staatsregierungen können die Aktienkurse von Unternehmen stützen. Sie führen meistens zu höherer Nachfrage nach Waren oder Dienstleistungen dieser Unternehmen. Ein Investitionsprogramm in den Bau günstiger Wohnungen kann beispielsweise einen Anstieg der Aktienkurse von Baufirmen zur Folge haben.

 

Zusammenfassung

In dieser Lektion hast du gelernt, dass ...

  • … die Regierung eines Landes das Geschäftsumfeld bestimmt, in dem Unternehmen aktiv sind. Regierungspolitik, wie beispielsweise regulatorische Maßnahmen, Steuer- oder Zinsänderungen, wirken sich erheblich auf Performance und Aktienkurs einzelner Unternehmen aus.
  • … Staatsregierungen für die Regulierung bestimmter Branchen verantwortlich sind. Eine geänderte Gesetzgebung kann das Abschneiden bestimmter Branchen begünstigen oder benachteiligen.
  • … jedes Unternehmen einer Besteuerung unterliegt und eine Änderung dieser Art von Besteuerung die Performance und den Aktienkurs beeinflusst.
  • … ein Herabsetzen der Zinssätze eine Möglichkeit für Staatsregierungen ist, die Wirtschaft zu stimulieren. Meistens steigen dadurch die Aktienkurse, weil Unternehmen geringere Darlehenskosten zahlen und mehr in ihr künftiges Wachstum investieren können, während Verbraucher mehr Geld zum Kauf von Waren und Dienstleistungen zur Verfügung haben.
  • … eine Erhöhung von Zinssätzen auch die Kosten für Unternehmen steigert, während Verbraucher gleichzeitig weniger Geld für Waren und Dienstleistungen ausgeben können. Aktienkurse können infolgedessen fallen.
  • … der Aufkauf von Staatsanleihen oder die quantitative Lockerung andere Möglichkeiten für Staatsregierungen sind, Geld in die Wirtschaft zu injizieren. Meistens kommt dies Aktienkursen in der Bank- und Einzelhandelsbranche zugute.
  • … Ausgabenprogramme von Staatsregierungen die Aktienkurse von Unternehmen stützen können. Sie führen meistens zu höherer Nachfrage nach Waren oder Dienstleistungen dieser Unternehmen.